Treppe

Die besonderen Anforderungen an die Konstruktion ergeben sich aus der Dreharbeit des Gebäudes und den unterschiedlichen Höhenniveaus auf dem Gelände (um das Gebäude herum).

Realisiert wurde eine freischwebende Edelstahltreppe, die durch höhenverstellbare Füße auf die unterschiedlichen Geländebegebenheiten/Geländeniveaus reagieren kann.  

Features

  • Die Treppe hängt während der Gebäudedrehung freischwebend an der Drehkranzkonstruktion
  • Während der Standposition werden die beiden Treppenfüße über den Gewindestab ausgefahren
  • Durch die Höhe des Gewindestabes ist eine Anpassung an das bis zu 30cm variierende Geländeniveau möglich
  • Die Gitterroststufen dienen gleichzeitig als Schuhabstreifer

Studentenprojekt

Im Sommersemester 2012 wurde gemeinsam mit einer Gruppe von Studierenden die Fragestellung bearbeitet, wie eine Treppe eines drehbaren Gebäudes realisiert werden kann. Als weitere Problematik war in diesem Zusammenhang das unterschiedliche Höhenniveau des Geländes mit einzubeziehen, wodurch die zu überbrückende Höhe je nach Gebäudeposition um 30cm variierte.

Die unterschiedlichen Ansätze für die Treppenkonstruktion wurden als Stegreif in Kooperation mit dem Fachgebiet Tragkonstruktion (Sylvio Worg) entwickelt und auf ihre statischen Anforderungen geprüft. Als eine möglich Option war eine Konstruktion angedacht, die sich in die Fassade integriert und bei Bedarf ausgeklappt werden kann. Realisiert wurde schließlich eine freischwebende Edelstahltreppe, die durch höhenverstellbare Füße auf die unterschiedlichen Geländebegebenheiten/Geländeniveaus reagieren kann.  Die Treppenkonstruktion wurde dabei von den Studenten nicht nur entworfen, sondern auch berechnet.

Variante 01 - Aufklapptreppe

Hinter dem ersten Entwurf, steckt ein einfacher Aufklappmechanismus, der an die Treppenkonstruktionen von Raumschiffen in Science Fiction Filmen erinnert.

Der Vorteil dieser Variante ist, dass sich die Treppe und der Handlauf nur durch eine Bewegung aus der Fassade stülpen. Es stellte sich jedoch die Frage ob eine einzelne Person die Treppe ausklappen kann, welcher Mechanismus dahinter steckt (mit Hilfe eines Gegengewichts oder einem Flaschenzug) und wenn die Treppe freischwebend gebaut wird, wie dies statisch gelöst werden kann. Da diese Fragen nicht restlos geklärt werden konnten, wurde dieser Entwurf verworfen.

Va. 02 - Treppe parallel zu Fassade

Der zweite Entwurf basiert auf einem Schiebemechanismus, bei dem sich die Stufen direkt aus der Fassade heraus ausbilden. Als Vorteil dieser Variante ist zu nennen, dass zum Aufbauen kein Gegengewicht nötig wäre. Ein Nachteil ist jedoch, dass viele Einzelbewegungen notwendig sind, um die gesamte Treppe auszufahren. Weitere Probleme ergeben sich bei der ersten Stufe durch die geringe Höhe: die Fassade müsste bis nach unten gezogen werden und mit dem damaligen  gezackten Fassadenkonzept war diese Konstruktion nicht realisierbar sein.

Variante 03 - Fassadentür

Der dritte Entwurf ähnelt der ersten Variante, nur versteckt sich die Tür hierbei hinter einer Tapetentür in der Fassade.

Das bringt viele Vorteile mit sich. Die Fassaden- und die Treppenkonstruktionen sind unabhängig voneinander. In die Türeninnenseiten lassen sich die Handläufe integrieren und zusätzlich können die Türen statische Funktionen für die Treppe übernehmen.

Nachteile waren hierbei unter anderem die tiefere Fassadenkonstruktion. Zudem bedingt diese Variante mehrere Schritte beim Öffnen und es stellt sich (wieder) die Frage welcher Mechanismus hinter dem Ausklappen steckt.

Theoretisch war bei diesem Entwurf auch ein Podest möglich; dies würde jedoch eine noch tiefere Fassadenkonstruktion mit sich bringen.

Va. 04 - Treppe = Fassade

Der letzte Entwurfsgedanke ergibt sich direkt aus der damals angedachten Fassadentextur. Die gesamte Treppe wird hierbei als Element aus der Fassade entnommen und an die richtige Stelle getragen und gesetzt. Ein Problem war bei dieser Variante das Gewicht der Treppe, da eine Anforderung darin bestand, dass eine Person allein das Treppenelement tragen und montieren können muss. Ein weiteres Problem war, dass sich die gezackte Fassadentextur an die Steigung der Treppe anpassen müsste.

Variante 04 - Feststehende Stahltreppe

Der schließlich realisierte Entwurf stellt einen Kompromiss aus Wünschen und Ressourcen dar. Viele der vorhergegangen Entwürfen basierten auf teils komplexen Klappmechanismen. Diese sind jedoch teuer, wartungsintensiv und kaum berechenbar. Daher wurde eine feststehende Treppenvariante entworfen, die an dem Stahlträger des Gebäudes befestigt ist und über höhenverstellbare Füße verfügt, durch die auch größere Lasten aufgenommen werden können.

Beteiligte

Institute

Fachgebiet Tragkonstruktion (Sylvio Worg)

Fachgebiet Bauphysik und Technischer Ausbau (Moritz Hartloff, Marcel Schweiker)

Studenten

Fabian Gavrilescu

David Kraus

Moritz Karl

Willy Abraham

Unternehmen

Schnepf Stahlbau