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Sommerlicher thermischer Komfort in passiv gekühlten Gebäuden – experimentelle und theoretische Untersuchungen zur Erweiterung physiologischer Komfortmodelle

Sommerlicher thermischer Komfort in passiv gekühlten Gebäuden – experimentelle und theoretische Untersuchungen zur Erweiterung physiologischer Komfortmodelle
Ansprechpartner:

Dr. Marcel Schweiker

Förderung:

BMWi

Partner:

btga, Bergische Universität Wuppertal
Arbeitsgruppe Raumklimatologie, Universität Jena

Starttermin:

Juni 2009

Endtermin:

Dezember 2014

Ausgangspunkt für das Verbundvorhaben der Universitäten Karlsruhe und Wuppertal (btga, Prof. Voss) ist die Tatsache, dass es sich beim Bestand an Büro- und Verwaltungsgebäuden vielfach um Gebäude ohne aktive Kühlung- und Klimatisierung handelt. Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Förderprogramm EnOB-Demo zeigen, dass Gebäude mit gutem sommerlichen Wärmeschutz ohne aktive Kühlung in der Regel eine hohe Nutzerakzeptanz erreichen können, aber bei Extremwetterlagen, extrem hohen internen Wärmelasten oder unter Annahme mittelfristig steigender Außentemperaturen zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Diese Grenzen lassen sich hinausschieben, wenn die Nutzer gezielte Maßnahmen zur Veränderung des Gebäudeverhaltens ergreifen können (Sonnenschutz, Lüftung) oder anderweitig an (nicht dauerhaft auftretende) außergewöhnliche Bedingungen adaptieren. Für das in verschiedenen Feldstudien beobachtete adaptive Verhalten von Probanden unter nicht konstanten Raumklimabedingungen und dessen Rückkopplung auf das Komfortempfinden existieren jedoch noch keine genauen Kenntnisse.
Ein Ziel des Vorhabens ist deshalb – in Zusammenarbeit mit PD Dr. Bischof, Arbeitsgruppe Raumklimatologie der Uni Jena – die Erweiterung vorhandener Komfortmodelle dahingehend, dass neben der physiologischen Reaktion auf thermische Umgebungsfaktoren auch in der Realität zu beobachtende Handlungsweisen zur Anpassung an das Raumklima Berücksichtigung finden. Grundlage für diese Modellerweiterung sind Komfort-Untersuchungen mit Probanden unter instationären Randbedingungen in einer büroähnlichen Raumzelle sowie in einer Klimakammer. Hinsichtlich der Möglichkeiten zur Beeinflussung des Raumklimas durch die Nutzer soll besonderes Augenmerk auf Maßnahmen zur Erhöhung der Luftgeschwindigkeit am Arbeitsplatz bzw. im Raum gelegt werden (Deckenventilatoren, Tischventilatoren, Fensteröffnen, Querlüftung).
Die genauere Kenntnis und Abbildung des Komfortempfindens von Nutzern in solchen Gebäuden und ihre Reaktion auf sich ändernde Raumklimaparameter erlaubt zukünftig eine sicherere Planung energiesparender Raumklima- und Gebäudekühlkonzepte.